Eine Schale aus einer Baumscheibe.

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Hans
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Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Hans » Sa 7. Mai 2016, 17:52

Hallo zusammen ,

mein Nachbar , Jägersmann und Waldbesitzer , hat einige Bäume fällen lassen ; davon habe ich einige Scheiben bekommen .
Mal sehen wie sich die Rißbildung verhält - es soll Ahorn sein ?
Ich selbst kenne mich mit den Holzsorten nicht so aus .
Eine Schale habe ich schon mal davon gemacht und danach tief eingeölt , mal sehen was daraus wird .

Grüße aus dem sonnigen Frankenland ... von Hans
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hoerbi
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von hoerbi » Sa 7. Mai 2016, 19:31

Hallo Hans,

diese Schale sieht sehr gut aus, vor allem gefällt mir das du sie außen so lässt wie der Stamm mit seiner Rinde so ist. Ich befürchte nur, das die Riesige Stirnholzfläche irgendwann richtige Risse bekommt. Nun weis man nicht, ob der Baum dürr geworden ist und dann erst zerschnitten oder ob es sich um einen gesunden Baum gehandelt hat, denn das hat auch Auswirkung auf die Rissbildung,zumal ja auch noch der Kern sich im Holz befindet. Sollte es tatsächlich um Ahorn handeln, war es schon richtig Arbeit.
Mit besten Grüßen aus Thüringen
Herbert
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Hans
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Hans » So 8. Mai 2016, 07:02

Hallo Herbert ,

das mit der Rißbildung befürchte ich auch , daß es sicherlich sehr stark reißen wird ; wollte es einfach mal erleben.
Es ist ein frischer Baum gewesen , habe auch nochmal nachgefragt und zwar einen anderen Nachbarn , er ist
Zimmerermeister ; dann müßte das mit dem " Ahorn " schon stimmen ?

Habe die Schale richtig vollsaugend mit Öl getränkt ? ... wenn es " einen " großen Riß geben würde , könnte ich ihn ausspanen , aber bei vielen kleinen Rißen ringsherum , geht dann nichts mehr .

Schaun wir mal ! ( dann wird es ein " Musterbeispiel " wie man es nicht machen sollte )

Gruß , Hans
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Thomas
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Thomas » So 8. Mai 2016, 12:45

Hallo Hans,

die Idee mit der Baumscheibe gefällt mir sehr.
Ich hoffe die Schale bleibt ganz.
Viele Grüße,
Thomas

Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.
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Volker
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Volker » So 8. Mai 2016, 19:08

Hallo Hans,
je schneller Du Deine Schale dünnwandig machst, und je dünnwandiger sie wird, umso geringer wird das Rißrisiko.

Die Ringdrechsler wässern ihre Baumstämme möglichst ein Jahr lang um Baumsaft gegen Wasser auszutauschen. Danach wird das gewässertes Holz zu dünnen Ringen gedrechselt die Formen des gewünshten Objektes haben. sofort danach werden schmale Streifen ausgespalten. Danach entspannt sich das Holz beim Trocknen ohne Rißbildung.
Ringdrechser erzeugen Ringe mit jeweils zB verschiedenen Tierformen, die erst als ausgespaltene Scheibchen für den Laien erkennbar werden. (Erzgebirgisches Volkskunsthandwerk)
Viele Grüße von Volker
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Hans
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Hans » So 8. Mai 2016, 19:18

Hallo Volker,

da sieht MAN(N) wieder , man lernt nie aus !
Das mit den Ring- Figurendrechseln habe ich schon mal mitbekommen , da muß ich wohl noch mal an der Wandung arbeiten , damit sie dünner wird .

Danke für den Hinweis.

Gruß , Hans
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Marianne » Mo 9. Mai 2016, 15:43

Hallo Hans

Mir gefällt es sehr, wenn man die Rinde sieht. Mir gefällt auch die Innen-Form von der Schale, wie Du sie schnitzt.
Volker hat geschrieben:Hallo Hans,
Die Ringdrechsler wässern ihre Baumstämme möglichst ein Jahr lang um Baumsaft gegen Wasser auszutauschen. Danach wird das gewässertes Holz zu dünnen Ringen gedrechselt die Formen des gewünshten Objektes haben. sofort danach werden schmale Streifen ausgespalten. Danach entspannt sich das Holz beim Trocknen ohne Rißbildung.
Ringdrechser erzeugen Ringe mit jeweils zB verschiedenen Tierformen, die erst als ausgespaltene Scheibchen für den Laien erkennbar werden. (Erzgebirgisches Volkskunsthandwerk)
Viele Grüße von Volker
Hallo Volker

Das finde ich ja ganz interessant mit dem Wässern.
Ich könnte jetzt im Internet auf die Suche gehen, doch wenn Du schon mal da bist...... :D
Wie geht das Wässern von Stämmen?

Grüsse von Marianne
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Volker
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Volker » Mo 9. Mai 2016, 17:54

Hallo Marianne,
im Erzgebirge im Museumsdorf von Seiffen, bei den Reifendrechslern ist ein altes Sägewerk mit einem Teich ca 12x8m in dem die Stämme im Wasser gelagert werden.
Viele Grüße von Volker
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Marianne » Mo 9. Mai 2016, 20:05

Volker hat geschrieben:Hallo Marianne,
im Erzgebirge im Museumsdorf von Seiffen, bei den Reifendrechslern ist ein altes Sägewerk mit einem Teich ca 12x8m in dem die Stämme im Wasser gelagert werden.
Viele Grüße von Volker
Hallo Volker

Ich hatte ja schon mal die Frage gestellt, ob es nützt, wenn man die Hölzer regelmässig ins Wasser legt, damit es nicht so schnell trocknet und die Spannung vom Holz nicht so hoch ist.
So könnte man ev. die Risse lindern, war mein Gedanke.

Gruss Marianne
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Thomas
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Re: Eine Schale aus einer Baumscheibe.

Beitrag von Thomas » Mo 9. Mai 2016, 21:13

Hallo Marianne,

versuch macht Klug. Probier das doch einfach mal mit ein paar Stücken aus.

Ich weis nur, das früher die Zimmerleute Hölzer in Flüsse gelegt haben um den Baumsaft gegen Mineralien aus dem Wasser auszutauschen. Das Holz hatte dann eine höher Haltbarkeit. Nur ob es weniger Risse bekam, weis ich allerdings auch nicht.

In einem meiner Bücher steht, das im Dom zu Köln die Chorgestühle aus tropfnasser Eiche geschnitzt worden sind. Die haben sehr wenige Risse und sind schon ein paar hundert Jahre alt........
Allerdings ist das Klima in so einer Sandsteinkirche auch nicht so trocken........
Viele Grüße,
Thomas

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