Schnitzen - halbautomatisch !

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Hans
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Schnitzen - halbautomatisch !

Beitrag von Hans » Di 10. Jan 2017, 18:49

Hallo verehrte Schnitzfreunde und Gäste ,

vor einiger Zeit habe ich meine neueste Anschaffung gezeigt , eine sogenannte Bildschnitz - Kopiermaschine .
Möchte euch heute mal ein wenig Praxis in Verbindung mit dieser Maschine zeigen . Viel habe ich damit noch nicht gemacht , da es schon einen starken Späneflug dadurch gibt und man mindestens mit einer Staubmaske arbeiten muß und hinterher die ganze " Sauerei " wieder wegmachen muß . Man kann damit - mit einem Brett montiert - Reliefs , bis zu einer Länge von 75 cm fräsen / vorschnitzen . Ebenso kann
man links in die Einspannvorrichtung z.B. eine alte Holzfigur einspannen und in die rechte Seite dann einen Lindenblock ; mit dem Taster " links" fährt man dann die Figur nacheinander entlang und der Hochfrequenzfräser fräst die Figur dann 1 zu 1 ab . Klingt alles recht einfach , aber der Aufwand ist schon etwas größer wie es momentan scheint . So einfach mal eine kleine Porzellanfigur abziehen , geht schon mal " fast " gar nicht , der Spanndorn - vorne und hinten -
würde die Figur auseinandersprengen , denn das Modell muß richtig fest sitzen . Ich habe das auch für andere Zwecke vorgesehen . Wenn ich z. B. ein morsches , vom Holzwurm zerfressenes Teil " original " wieder hinbekommen will , wird es gefestigt und dann kann ich es 1 zu 1 wieder genau so herstellen . Es
rentiert sich also nur bei wertvollen , alten Sachen oder um mal irgend ein spezielles Teil herzustellen .
Ich werde natürlich sonst weiterhin mit den Schnitzmessern handieren .
Der Fräsmotor ist ein Dauerläufer , läßt sich mit der Geschwindigkeit an die verschiedenen Fräser anpassen
und das Ganze schwingt locker in alle Richtungen - hoch - tief - links - rechts - vor und zurück .

Ich habe mal einen Testversuch gemacht , meine Faust in eine Dose mit Silicon - Abformmasse gesteckt und die dadurch gewonnene Form mit Gips ausgegossen. Nun aber geht das eigentliche Problem erst los und zwar die Einspannung auf die linke Vorrichtung . Oben auf den spitzen Dorn , habe ich in die Gipsfaust ein Aluröhrchen gebohrt , damit die Faust nicht durch den Einspanndruck zerbricht und unten
dann spezielle Aufnahmehölzer konstruiert. Man muß also sich zuerst mal die Möglichkeit der Einspannung
bauen , bevor man dann beginnen kann .
Habe euch mal verschiedene Bilder während dieser Aktion gemacht , wenn Fragen dazu sind - gerne .

In den nächsten Tagen muß ich die grobe Faust dann erst mal " fertigschnitzen " und irgend ein Kunstwerk daraus machen - einige Ideen habe ich natürlich schon .
Das Teil ist aus Lindenholz , die Faust natürlich Originalgröße .

Es grüßt euch , Hans aus Franken
Dateianhänge
DSC00168.jpg
Aufnahme , dreht das Werk während der Arbeit
DSC00184.jpg
... grob fertig , muß erst nachgeschnitzt werden
DSC00181.jpg
Modell und Holzblock so langsam in Arbeit
DSC00163.jpg
... das Gipsmodell meiner Faust
DSC00173.jpg
Haltevorrichtung zum Einspannen gefertigt
DSC00164.jpg
Rohholz - Linde
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hoerbi
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Re: Schnitzen - halbautomatisch !

Beitrag von hoerbi » Di 10. Jan 2017, 19:42

Hallo Hans,

diese Fotos von dir kommen mir alle bekannt vor, denn ich hatte auch mal so ein Teil, was ich später nach meiner Selbstständigkeit verschrottet habe.
Dreck ohne Ende und so etwas lohnt sich nur, wenn viele gleiche Stücke benötigt. Für dich ist gewiss so eine Maschine von Interesse, und sei es auch nur Teile von alten Möbelstücken oder ähnlichem zu restaurieren. Allein die Vorbereitung bis man endlich ans Werk gehen kann ist schon sehr groß. In der Zeit wie du diese Faust gefräst hast, inklusive der Vorbereitungsarbeiten habe ich diese auch aus dem Stück geschnitten. Was ein ganz großer Nachteil an so einer Maschine ist, das damit keine Vergrößerungen möglich sind, sondern nur 1:1 Kopien.
Mit besten Grüßen aus Thüringen
Herbert


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Re: Schnitzen - halbautomatisch !

Beitrag von Hans » Mi 11. Jan 2017, 07:43

Hallo Herbert ,
daß so eine Maschine auch viele unkontrollierte Späne herumwirbelt ist richtig , auch über " rentabel " darf man nicht unbedingt groß nachdenken ; man muß einfach für das alles eine Bedarfsecke haben , dann geht das so einigermaßen .
Was mir so richtig " stinkt " ist die Verzinsung von Guthaben . Mein Bänker besitzt die Frechheit , mich schon öfters anzurufen mit Ideen , mein Geld anders anzulegen . 0,01 % Zinsen z. Zt. oder riskante Aktionen mit deren Versicherungen mit 7 Jahren Laufzeit ? - ... da hat man sein ganzes Leben Geld für's Alter auf die Seite gelegt und jetzt diese Überraschung ... ich möchte da schon von Betrug sprechen .
Was soll's dann , wenn man sich einfach mal Geld in sowas investiert ; in 1 bis 2 Jahren ist es sogar wieder
zurück , durch Vervielfältigung z. B. von ausgefallenen Spazierstockgriffen , die bei uns in der fränkischen Schweiz ein Renner sind - das aber nur , wenn ich Lust dazu habe , ich muß ja nicht - kann mich als Ruheständler ja auch ausruhen und den Tag an mir vorbeiziehen lassen .
Aber jetzt wird erst mal ein wenig experimentiert damit , sobald es wärmer wird .
Ich gebe dir recht , wenn du schreibst , daß man es in der Zeit mit den ganzen Vorbereitungen auch so schaffen könnte , nur so ist es bei mir ja auch nicht gedacht und ich werde auch nach wie vor mit den Messern schnitzen , obwohl ich nicht der Könner bin .
Sollte aber wieder mal die Anfrage kommen - und das war schon öfters - mehrere Bierkrugdeckel und
Spazierstöcke zu machen , dann kann ich " ja " sagen und es flattern die Scheinchen zurück , besser wie eine Kapitalverzinsung .

Grüße , von Hans aus Franken
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Dietmar
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Re: Schnitzen - halbautomatisch !

Beitrag von Dietmar » Do 12. Jan 2017, 16:34

Hallo Hans,
ist schon interessant so eine Maschine, für mich wäre es zu schwierig erst einmal so ein Modell zu schaffen und dann noch die Technik zu beherrschen, fehlt mir einfach das Geschick. Ich habe einmal eine große Maschine gesehen die mehrere Rohlinge hergestellt hat, war mir unheimlich. Ich habe noch Rohlinge im Regal liegen, die ich mit Sicherheit nicht fertig schnitzen werde, es war einfach deprimierend die fertigen Rohlinge, alle gleich im Regal stehen zu sehen. Ich werde sie wahrscheinlich irgend wann als Vorlage zu nutzen. Noch viel Erfolg mit deiner Maschine.
Viele Grüße Dietmar aus Sonnendorf vom Sonnenhof
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Hans
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Re: Schnitzen - halbautomatisch !

Beitrag von Hans » Do 12. Jan 2017, 18:54

Hallo Dietmar ,

man kann schon einiges mit so einer Maschine machen , was ich aber nicht vor habe , sind Rohlinge zu
erstellen von irgend welchen handelsüblichen Figuren . Der Aufwand , so eine Figur nachzufräsen , steht nicht im Verhältnis zur Arbeit. . Was ich mal gelegentlich damit machen werde, ist eine wirklich alte , antike Figur damit vorfräsen um sie dann dementsprechend zu bearbeiten und zu bemalen .
Wie ich irgendwann ja schon mal erwähnt habe , war mein Bruder über 50 Jahre als Kirchenmaler und Restaurator tätig und durch ihn komme ich doch mal über seine früheren Mitarbeiter und Freunde an wirklich alte , wertvolle Modelle heran und sowas ist es dann auch wert sich die Arbeit " aufzuhalsen " .
Man muß dann ja erst auch mal den passenden Holzblock dafür besorgen und da bin ich nicht so gut dabei .
Was man auch gut damit machen kann, ist ein defektes Teil damit zu erneuern .
Ich hänge dir mal ein paar Bilder an, von alten Figuren , die bei mir schon Jahre herumstehen ; von denen werde ich z.B. vielleicht mal einen Abzug machen, da brauche ich auch keine Halterung extra dafür anfertigen .
Ich habe mir die Maschine einfach gekauft , weil sie fast neu ist und im Verhältnis gegenüber einer neuen ,
preiswert war .

Gruß , Hans aus Franken
Dateianhänge
DSC00187.jpg
alte Figuren , eventuell zum
Nachfräsen geeignet
DSC00189.jpg
dto.
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