HSS-Drehstähle anschleifen

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Volker
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HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Volker » Sa 18. Mär 2017, 15:18

Hallo Dirk und andere Schnitzfreunde,
wer von Euch eine Drehbank besitzt will möglicherweise wissen wie HSS-Drehstähle aussehen sollten und angeschliffen werden.
Ich habe mal versucht, das mit einer Skizze das darzustellen. Das wichtigste an einem einem HSS-Drehstahl ist natürlich die Schneidfase. Die beginnt mit dem flächigen Schneidwinkel und endet in der Rundung zum abrollen der Späne. Wichtig sind auch die verschiedenen Freiwinkel.
Beim geraden SeitenstahI, in Längsrichtung zum Drehteil soll der Freiwinkel verhindern daß der Drehstahl hinter der Schneidenspitze am Drehteil reibt. Quer zum Drehteil soll der Freiwinkel ermöglichen, den oft in Stufen abgedrehten Durchmesser, mit dem letzten Arbeitsgang die abgedrehte Durchmesserfläche durch herausdrehen des Drehstahl zu glätten. Senkrecht soll die Reibung an der gerade gedrehten Fläche vermieden werden.

Beim Schrägenseitenstahl ist nach der Schneidfase nur der Freiwinkel nach unten zu beachten.

Beim Abstechstahl ist mir in der Zeichnung ein Fehler unterlaufen! Anders als gezeichnet soll die Schneidfase leicht schräg zum abzustechenden Drehteil stehen, damit am Abgestochenen Teil keine Spitze stehen bleibt. Funktioniert aber auch anders herum. Die dünne Sonderform im Stahlhalter ist nur bei Profi-Werkzeug erhältlich.

Dargestellt habe ich nur die drei Grundformen der Stähle, mit denen man aber meist auskommt.

Viele Grüße von Volker


Drehstahlanschliff(1).JPG
Zuletzt geändert von Volker am Sa 18. Mär 2017, 15:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Hans
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Re: HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Hans » Sa 18. Mär 2017, 15:48

Hallo Volker ,
besten Dank .

Sowas kann man immer brauchen , vorausgesetzt man hat eine Drechselbank . Ich mach mir schon längere Zeit Gedanken , über eine Kugeldrehvorrichtung . Z. Zt. habe ich sowas auch in verschiedene Portalen als
"Gesuch " laufen , da kommt aber bis jetzt noch nichts.
Habe mir schon überlegt , sowas selbst zu machen , dürfte doch nicht so schwierig sein ?
Bin zwar für Metallarbeiten nicht so ausgerüstet , aber eine Schweißgerät habe ich schon und Rohre etc .
mit der Flex abschneiden - und so - das würde ich schon hinbekommen.
Wenn du da eine gute Idee hättest , wäre ich dankbar .
Ich bekomme immer wieder mal irgendwelche Holzstücke, die ich zwar nicht bestimmen kann , aber für Kugeln von der Maserung schön wären .
Freihändig habe ich es zwar schon probiert , eiern aber leicht ( paßt für Ostern )

Gruß , Hans
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Volker
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Re: HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Volker » Sa 18. Mär 2017, 16:04

Hallo Hans,
die Kugeldreheinrichtung ist recht komplex. Außerdem treten bei größeren Durchmessern große Kräfte auf! Selbst bei gekauften Kugeldreheinrichtungen ist das Ausrichten auf der eigenen Drehbank nicht so einfach, weil in mehreren Achsen genau die Mitte getroffen werden muß.
Ich hatte das auch angedacht, aber die fertigen Kugeln in den Bastelläden sind so billig und in recht vielen Durchmessern zu kaufen, ich hab es verworfen.
Viele Grüße von Volker
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Re: HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Hans » Sa 18. Mär 2017, 17:06

Hallo Volker ,

ich denke da schon an Kugeln in einem Durchmesser von 5 bis 10 cm und das in Hölzern wie : Zeder ,
Zwetschge , Birke , usw.
Die Kugeln sollen dann u.a. in Schalen zur Geltung kommen .

Gruß , Hans
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DSC00409.JPG
DSC00408.JPG
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Volker
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Re: HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Volker » So 19. Mär 2017, 18:19

Hallo Hans,
so wie Du hatte ich auch gedacht, und es dann verworfen.
Danach bin ich auf eine andere Idee gekommen. Ich habe aus bekannten Resthölzern möglichst gleiche Eier gedrechselt und damit wunderschöne Holzarten-Vergleichseier hergestellt. Dafür ist die Eiform besonders geeignet weil man die Holzart die man bestimmen, will mit den Eiern in jeder Faserrichtung vergleichen kann.

Wenn Du unbedingt sebst einen Kugel-Drehaperat bauen willst, schau Dir die käuflichen sehr genau an.(Skizze oder Foto ziehen) Dann schau Dir Dein Drehbankbett an, und konstruiere (auf dem Papier)eine Bett-Auflage die sich nach dem Abheben immer sehr genau in die gleiche Querposition bei unterschiedlicher Längs-Position verschieben und zurücksetzen lässt. Erst danach kannst Du weiter konstruieren.
Zuerst ganz genau die Drehachse in der Mitte des Kugegeldrehapperates die unter der Linie zwischen den Spitzen Deiner Dreh-/Drechselbank liegt.
Als Zweites die Höhe der Drehachse die genau der Spitzenhöhe Deiner Dreh-/Drechselbank entsprechen muß, weil dies die Schwenk-Achse Deines Kugeldrehapperates bilden muß.
Als Drittes die Position des Schneidstahlhalters im Schwenkarm des Kugel-Drehaperates und ein Hilfsteil welches zum Positionieren der Schneindspitze des Schneidstahles im Schneidstahlhalter dient. Hiermit muß eine exakte Einstellung auf den Mittelpunkt der zu fertigenden Kugel (jeder Größe im gewünschten Größenbereich) möglich sein. Hierzu ist zu bedenken, das der Schneidstahl im Stahlhalter des Schwenkarms je nach Kugelgröße verschoben werden muß und immer auf die Kugelmitte eingerichtet ist.
Also ein mehrdimensionales Positionierungssystem welches bei unterschiedlichen Durchmessern der Kugel sich immer genau auf die Kugelmitte zentrieren läßt. Gelingt das nicht, werden immer nur unterschiedliche Ei-Formen
erzeugt. Bei mehrdimensionaler Fehleinstellung Späne ohne Ende und nix vernüftiges kommt dabei raus.

Tut mir leid, aber ich kann Dich davor nur warnen.

Viele Grüße von Volker
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Re: HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Hans » Mo 20. Mär 2017, 12:17

Hallo Volker ,
besten Dank für deine ausführliche Info .
Werde es vielleicht erst noch mal " frei weg " probieren , das habe ich schon öfters gemacht . Wichtig war da nur , daß man die Auflage immer so nahe wie möglich an das Holz nachstellt ; da ist mir mal ein Messer dabei abgebrochen, weil der Abstand zu weit war .

Gruß , Hans
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Re: HSS-Drehstähle anschleifen

Beitragvon Volker » Fr 24. Mär 2017, 19:01

Hallo Dirk,
danke für Deine Private Nachricht. Ich finde Deine Fragen solltet Du lieber hier im Forum stellen, weil so auch die anderen Schnitzfreunde was davon haben. Darum habe ich Dir ja auch auf Deine erste Private Nachricht hier im Forum geantwortet.
Nun zu Deiner neuerlichen Frage. Die Art der Anschschliffs von Drehstählen habe ich für die allgemeinen Materialien dargestellt. Also von Holz über Kunststffe bis Metalle. Nur Messing macht da eine kleine Ausnahme. Messing braucht keinen, also Null Spanwinkel. Messingspäne sind unangenehm weil sie nicht glatt abrollen sondern spröde feine Nadeln in der Länge der zerspanenden Schneide werfen. Unbedingt Schutzbrille aufsetzen! Wenn Du keinen neuen Stahl ohne Spanwinkel anschleifen willst, hilft es, Deinen angeschliffenen Stahl mit einen Abziehstein dessen Spanwinkel ganz leicht zu planieren.
Viele Grüße von Volker

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